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Toleranz
Egal, wie offen Du auch denkst, wie viel Verständnis Du mir schenkst, verstehst Du doch nicht meinen Sinn, denn: Ich bin gerne, wie ich bin.
Ich will nicht besser sein als Du. Ich will nur endlich mal in Ruh mein Leben leben, wie es ist, und deshalb: Hör auf mit dem Mist
von wegen, Du verstehst mich ja ich hab es schwer, das ist Dir klar. Von Wegen! Schwer tust ganz allein Du Dich damit, mein Freund zu sein.
Los, sag mir, wenn Dir was nicht passt. Lass alles raus, was Du so hasst an mir, was Dich zum Wahnsinn treibt und schau, was dann noch übrig bleibt.
Versuch bloß nicht zu sein wie ich! Du machst Dich doch nur lächerlich, so wie ich auch, das geb ich zu, wenn ich versuch, zu sein wie Du.
Und deshalb, lass mich anders sein, so wie Du anders bist, und, nein, Du musst das alles nicht verstehen. Lass mich nur meine Wege gehen.
Wir werden uns bald wieder sehen am Schluss, wo alle Pfade sich vereinen, doch, erhör mein flehen, bis dahin, einfach nur: Lass mich!
Herz aus Gold
Du hast ein Herz aus Gold, ich hab eins, rot wie Blut. Es glüht vor innrer Wut... Du hast es nie gewollt.
Dein Herz ist aus Metall und meins, aus schwachem Fleisch, so nachgiebig und weich... Es blutet überall
Wo Deine scharfen Kanten ihm nahe kamen, und Dein Blick, Dein Haar, Dein Mund es restlos übermannten.
Wenn ich’s mir leisten kann, ein Herz ganz aus Kristall, noch härter als Metall... vielleicht willst Du es dann?
Drachenkäfig
Da ist ein Drache in meinem Käfig, seine silbernen Schuppen glänzen wie Tränen. Er brüllt und schlägt gegen die Stäbe.
ba-BUM ba-BUM ba-BUM
Da ist ein Drache in meinem Käfig, und ich, ich halte ihn dort gefangen, um das zu beschützen, nach dem er sich sehnt.
ba-BUM ba-BUM ba-BUM
Da ist ein Drache in meinem Käfig, und ließ ich ihn aus, und ließ ich ihn raus er würde weit aufsteigen bis zu den Sternen und nähme einem von ihnen das Licht.
Da ist ein Drache in meinem Käfig, nur freilassen, freilassen darf ich ihn nicht.
Da ist ein Drache in meinem Käfig, ba-BUM ba-BUM ba-BUM
Da ist ein Drache in meinem Käfig, ich weiß nicht, wie lange ich ihn dort noch halten kann.
Irgendwann, irgendwann ist es aus.
ba-BUM ba-BUM ba-BUM
Irgendwann, irgendwann bricht er aus.
ba-BUM ba-BUM ba-BUM
Abschiedslied
Du bist so ernst und Dein süßer Schmollmund ist kaum mehr als ein Strich.
Du sagst, Du kennst mich kaum noch, und dass ich nicht mehr der Selbe bin.
Und Dein spitzes kleines Kinn zeigt stur zur Tür hin. geh weg, lass mich allein.
Und ich will doch nur hier sein, will nur bei Dir sein, will alles für Dich sein.
Doch kalt wie ein Stück Fels sagst Du, dass Du mich nicht magst so, wie ich nun einmal bin.
Das mit uns hat doch keinen Sinn. Dein störrisches Kinn zeigt immer noch zur Tür.
Und dann sagst Du noch zur Kür, es wär besser für uns wenn wir uns nie mehr wieder sehn.
Und so muss ich gehn, doch nicht ohne den Schlüssel hinter mir im Schloss zu drehn.
Ich lasse Dich hier, gefangen in Dir, und kehr zu mir zurück.
Eisige Schönheit
Deine Umarmungen sind eisig. Mein Herz friert an Dir fest und mich von Dir zu lösen reißt es klirrend aus meiner Brust.
Der Hauch Deiner kalten Worte lässt mich zu Eis erstarren und ist nur ein scharfes dabei, ein einziger spitzer Schlag, zersprengt es mich in tausend Teile.
Ich will Dich tauen, will Dich schmelzen, will Dich fließen sehn in Tränen,
aber Du, die keine Wärme kennt, lässt selbst mein Feuer erstarren und spießt mich auf mit Flammen, gefroren und kalt.
Gut gemeint
Du hast es gut gemeint. Du läufst nur, um zu bleiben, hältst still, um fortzutreiben, getrennt und doch vereint.
Du hast es gut gemeint. Du wolltest unter Tagen nur nicht noch mal verzagen, bejaht und doch verneint.
Du meinst es doch nur gut, nur lässt das keiner gelten. Sie kommen, Dich zu schelten, enttäuscht und voller Wut.
Du meinst es immer gut. Auch Du willst jemand nah sein. Doch sollte jetzt wohl klar sein, dazu fehlt Dir der Mut.
Pfand
Ich würde viel lieber mein Leben beenden als Engel, der taumelt und fällt, denn mein liebend Herz zu verpfänden für ein paar Taler Schweigegeld.
Fremde Welt
Fremde Welt, wie warst Du mir vertraut, als ich noch in Dir lebte. Als ich, Deinen engen Grenzen so nah nach Vollkommenheit strebte.
Du warst mir alles, warst klein und gut. Ich hielt Dich ganz in meiner Hand, und in Deinen Flüssen pulsierte mein Blut. In Dir habe ich mich erkannt.
Doch ich wuchs und wuchs über mich hinaus. Du wurdest mir eng, und ich floh. Ich wollte nur rennen und fliegen und raus und landete irgendwo.
Eines noch
Eines noch... Eines noch... Bitte, warte! Eines noch...
Eines noch, das muss ich Dir bevor Du gehst jetzt sagen: Ich werde Dich nun gehen lassen, werde Dich nicht jagen, werde keine Träne weinen, werde auch nicht klagen, will mich nicht noch einmal mit den alten Dingen plagen.
Manchmal, wenn es einsam ist mit Dir an meiner Seite oder wenn ich wieder auf dem alten Blechross reite das ich mir gebaut aus all den Zweifeln, Schuld und Sühne und das uns nun dient, für unsren Streit, als unsre Bühne,
wünscht ich mir Du wärst nicht hier bei mir,
wünscht ich mir Du wärst vielmehr in Dir.
Eines noch... Ja. Eines noch.
Weißt Du nicht, wie schwer es ist, so oft zu gleichen Teilen nah zu sein und fern zu sein, zu gehen, zu verweilen? Weißt Du nicht, wie weh es tut, Dein Weinen und Dein Lachen? Weißt Du nicht, wie schwer es ist, das Richtige zu machen?
Manchmal mag ich nirgends sein als hier.
Nur kann ich das leider nicht mit Dir.
Ja, das war’s. Das wollt ich Dir bevor Du gehst noch sagen. Ich werde Dich jetzt gehen lassen, werde nicht mehr fragen. Schließ die Türe hinter Dir. Sonst wird es noch bei Tagen kalt in diesem Zimmer hier. In Mir.
Kleine Schnitte
Es sind nur kleine Schnitte, heilen schnell und bluten, wenn sie bluten, ja nicht lange. Die beißt schon nicht. Das ist doch nur Gebell. Komm, schlag mich auch noch auf die andre Wange.
Und all die Narben... ach, wer zählt die schon. Worauf es ankommt, ist die Haut dazwischen. Wer achtet auf die Disteln, wenn der Mohn in voller Blüte steht. Wer hört das Zischen
der Schlange, die im Schatten, gut verborgen lauert auf das junge Liebespaar das sich im Mohnfeld, fern von allen Sorgen einander hingibt, ahnt nicht die Gefahr.
Es sind nur kleine Schnitte, nicht der Rede Wert hat all das für mich keinen mehr. Es sind nur blasse Narben, eine jede Teil von meinem Leben, lange her.
Hunger
Ich esse doch! Gut, manchmal breche ich Stücke wieder aus mir heraus. Aber, auch ich habe Hunger.
Nur, was den Hunger nicht stillen kann, das darf nicht bleiben, darf nicht Teil sein, darf ich nicht bei mir behalten.
Schau doch, ich esse, verschlinge das Leben, nur, manchmal bekommt es mir nicht.
Und keiner kann mich verstehen, keiner kann mich so nähren wie ich es verdiene... ... oder verdien ich es nicht?
Ja doch, ich will essen, will mehr sein, aber nichts bleibt mir.
Sieh doch, ich esse! Ich breche nur Teile die nicht zu mir passen von mir ab.
Ich will doch nur, dass ihr mich endlich versteht. Ich will doch nur, dass ihr mich endlich seht!
Selbst-Bestimmt
Ich werde nicht weichen von mir. Ich kann Euch nicht gleichen, nicht Dir.
Ich lebe mein Leben, verdammt sei der Ruf! Ich kann mich nur geben wie Gott mich erschuf.
Ich seh Eure Fragen. Ich seh Euren Neid. Ich will Euch nur sagen wie wichtig ihr seid:
Ich schulde mein Leben, und nicht nur entfernt, all jenen, die ich zu lieben gelernt.
Ich kann Euch nicht gleichen, nur mir. Doch ich werde nicht weichen von Dir.
Falling
I’m falling, falling, falling, down.
I’m falling, falling, falling, endless.
I’m falling, falling, falling, down with you.
No rope to grab. No wings to spread. Nothing to stop us, we’re falling.
No rope to grab. No wings to spread. Nothing to hold on but you.
I’m not afraid. Are you afraid? Don’t be afraid. We’re falling.
This fall is endless, don’t you know? No ground to stop us. We’re falling.
Froschkönig
Ich werd kein Prinz, auch wenn Du mich küsst. Ein Frosch bleibt ein Frosch auf Lebenszeit.
Ich werd kein Prinz durch Deinen Kuss, nur unermesslich endlos reich.
Ringvogel
Will ich ein Ring sein, golden und fein? Will ich mich anschmiegen um Deinen Finger und ihn umschließen, für ewig und immer?
Oder will ich ein Vogel sein frei und allein? Bis zum Himmel reicht dann meine Welt... doch, ganz egal, ob mir das gefällt,
hättest Du mich nie mit Liebe genannt, sie hätte nicht mal Deinen Finger umspannt.
Fledermaus
Ich höre Dich. Ich hör Dich gut, auch wenn Du still bist, mäuschenstill.
Ich sehe Dich mit meinen Ohren, seh Deine Form mit jedem Wort, das von Dir abprallt und zu Boden fällt.
Ich weiß um Dich, in einem fort, auch, wenn Du Dich ins Dunkel stellst. Ich weißt, dass Du mir so gefällst, ganz wie Du bist.
Ich finde Dich an jedem Ort, auch, wenn die Nächte lichtlos sind.
Ich finde Dich, der Wölfe Kind, wo Du auch bist, ich find Dich dort.
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